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Kajima entwickelt langlebigen Asphalt aus recycelten Baustellenkunststoffen

Nach Angaben von International Business Times haben Kajima Corp.

Kajima entwickelt langlebigen Asphalt aus recycelten Baustellenkunststoffen

und Kajima Road Co. einen neuen Asphaltbelag namens Circular Plus Pavement vorgestellt, der sortenreine Kunststoffabfälle aus dem eigenen Baustellenbetrieb direkt in die Belagsmischung zurückführt. Das Verfahren kombiniert Kajimas Erfahrung mit recycelten Baustoffen und die hochbelastbare Asphaltrezeptur von Kajima Road und zielt auf längere Sanierungsintervalle bei gleichzeitig reduziertem CO2-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus.

Ausgangslage: Vom thermischen zum stofflichen Recycling

In Japan fällt seit Jahrzehnten ein erheblicher Teil der Kunststoffabfälle in der Verbrennung mit Energiegewinnung an – dem sogenannten thermischen Recycling. Mit dem im April 2022 in Kraft getretenen Ressourcenzirkulationsgesetz für Kunststoffe erhöht der Gesetzgeber nun den Druck auf die Bauwirtschaft, stärker auf stoffliches Recycling umzustellen. Auch hierzulande treibt die Ersatzbaustoffverordnung genau diese Frage voran: Wie lassen sich mineralische und kunststoffhaltige Fraktionen aus Rückbau und Baustellenabfall wieder in den Kreislauf führen, ohne die bautechnischen Anforderungen abzusenken? Kajimas Ansatz zeigt, dass die Antwort nicht zwangsläufig in einer komplett neuen Rezeptur liegen muss, sondern in der gezielten Verzahnung von Sortierqualität und bewährter Asphalttechnologie.

Was Circular Plus Pavement leistet

Das neue Produkt nutzt die auf der Baustelle anfallenden Kunststoffabfälle als Rohstoff für eine hochbelastbare Asphaltschicht. Laut Mitteilung der beiden Konzerngesellschaften verlängert sich dadurch der Instandsetzungszyklus gegenüber konventionellem Asphalt deutlich – was sowohl die Lebenszyklus-Emissionen als auch die Gesamtbilanz aus Erhaltungs- und Wartungskosten senken soll. Innerhalb der Kajima-Gruppe soll damit ein geschlossener Kreislauf entstehen: Kunststoffabfall aus dem eigenen Baustellenbetrieb wird direkt im Konzern wiederverwendet, ohne den Umweg über die energetische Verwertung. Das entlastet die Deponie, senkt den Bedarf an neuem Polymer und entkoppelt die Baustoffversorgung teilweise von volatilen Rohstoffmärkten.

Was für deutsche Projekte zu prüfen ist

Einerseits ist der Ansatz konsequent: gleicher Rohstofflieferant, bekannte Asphaltrezeptur, klare Zuordnung im Konzernverbund. Andererseits kommen mit jedem neuen RC-Baustoff die bekannten Fragen aus dem deutschen Vergabe- und Prüfalltag – Eluatwerte, Sortenreinheit, Nachweisführung und nicht zuletzt die Eignungsprüfung gemäß den einschlägigen DIN-Normen. Wer für eigene Projekte eine Materialalternative evaluiert, sollte früh drei Punkte klären: Erstens die gütegesicherte Aufbereitung und lückenlose Dokumentation der Inputfraktion, zweitens die Vergleichbarkeit mit den hierzulande geforderten Performance-Kriterien für Asphaltdeckschichten, drittens die Verfügbarkeit in den tatsächlich benötigten Mengen – denn ein konzerninternes Verfahren lässt sich nicht ohne weiteres auf den offenen Markt übertragen. Es lohnt sich, vergleichbare Pilotprojekte in Europa im Blick zu behalten und zu prüfen, welche Erfahrungen mit Eluat- und Performance-Nachweisen dokumentiert werden, bevor die eigene Vergabe auf ein entsprechendes Material umgestellt wird.