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Meraas vergibt Erdbauauftrag für das Atelis-Hochhaus im Dubai Design District

Beim Wohnhochhausprojekt Atelis at d3 im Dubai Design District hat Meraas, Teil der Dubai Holding Real Estate, das Erdbau-Los an die International Foundation Group vergeben.

Meraas vergibt Erdbauauftrag für das Atelis-Hochhaus im Dubai Design District

Wie das Unternehmen mitteilt, umfasst der Auftrag die Baustellenvorbereitung, den Aushub, die Bodenverbesserung, die Wasserhaltung sowie Planung und Ausführung von Verbau- und Pfahlarbeiten – also genau jene geotechnischen Kernleistungen, über die jedes Hochhausprojekt buchstäblich steht oder fällt. Das 45-geschossige Gebäude wurde von Skidmore, Owings & Merrill (SOM) entworfen und soll Wohnungen sowie Penthouses mit Blick auf den Dubai Creek und die Skyline bieten.

Was das Leistungspaket im Detail bedeutet

Die Reihenfolge im Aufgabenspektrum folgt einem bewährten Schema: Zunächst wird die Baustelle eingerichtet – Arbeitsebenen, Zufahrten und Lagerflächen – infolgedessen der Aushub kontrolliert erfolgen kann. Im Umfeld des Dubai Design District ist der Grundwasserflurabstand der entscheidende Parameter; eine Wasserhaltung ist dort nicht Option, sondern Voraussetzung. Erfahrungsgemäß reichen offene Wasserhaltungen nicht aus, weshalb in der Regel geschlossene Systeme mit Brunnengalerien oder Vakuumlanzen zum Einsatz kommen.

Die Bodenverbesserung wiederum ist in den Wüstenböden der VAE kein Selbstläufer. Natürlich gewachsene, kalkulierte Sande erreichen ohne Verdichtung in der Regel keine ausreichende Lagerungsdichte; an die Stelle eines meist fehlenden bindigen Planums tritt dann entweder eine Bodenverbesserung mit Bindemitteln oder ein lagenweiser Bodenaustausch – stets mit dem Ziel einer Tragfähigkeit, die nach DIN-Logik der Proctordichte nahekommt. Verbau- und Pfahlarbeiten schließen das Paket ab: Bei einer 45-geschossigen Bebauung sind Großbohrpfähle zur Lastabtragung in tiefere, tragfähigere Schichten wahrscheinlich, flankiert von einem Verbau, der hohem Seitendruck standhalten muss.

Was das Projekt über Wasser und Boden verrät

Am Dubai Creek liegen die hydrogeologischen Rahmenbedingungen besonders ungünstig: hoher Grundwasserstand, wechselnd feinkörnige Sedimente und ein Baustellenumfeld, das eine großflächige Absenkung des Wasserspiegels erfordert. Wer hier ohne sauber dimensionierte Wasserhaltung antritt, riskiert einen hydraulischen Grundbruch im Aushub – ein Schadensbild, das europäischen Lesern hinlänglich bekannt sein dürfte. Hinzu kommt: Ohne kontrollierte Verdichtung drohen später Setzungsrisse, die sich nicht im Mauerwerk, sondern in der unzureichenden Verdichtung des Planums zeigen.

Übertragbarkeit auf heimische Projekte

Auch wenn das Projekt räumlich fernliegt – die Leistungsbeschreibung liest sich wie ein Prüfstein für jede Tiefgründungsmaßnahme. Wer in Deutschland eine vergleichbare Ausschreibung erstellt, sollte die Schnittstellen zwischen Aushub, Wasserhaltung, Verbau und Gründung konsequent trennen, infolgedessen Nachträge vermieden werden. Leistungspositionen wie „Bodenverbesserung" gehören eindeutig spezifiziert (Bindemittelart, Bindemittelmenge, geforderte Dichte), andernfalls drohen Unstimmigkeiten bei der Abnahme nach Proctorkriterien.

Für die Maschinenwahl bedeutet eine Aufgabe dieser Größenordnung: leistungsfähige Hydraulikbagger in der 30- bis 50-Tonnen-Klasse für den Aushub, ergänzt durch Seilbagger für tiefe Baugruben und eine durchdachte Logistik für Bodenabtransport und Liefermaterial. Wasserseitig sind leistungsstarke Pumpenaggregate vorzuhalten; für den Verbau kommen je nach Baugrund entweder Spundwand- oder Bohrpfahlsysteme samt Ankertechnik in Betracht. Wer diese Punkte vor Auftragsvergabe sauber abarbeitet, minimiert Setzungs- und Grundbruchrisiken – gleich, ob in Dubai, Köln oder Hamburg.