Tiefbau-Offensive in Arnstadt und Rudisleben: Gebündelte Sanierung spart Zeit und Kosten
Arnstadt und Rudisleben bündeln ab Montag, dem 21.

September 2026, zwei umfangreiche Tiefbaumaßnahmen. Wie die Stadt Arnstadt mitteilt, werden in Rudisleben Trinkwasserleitung und Regenwasserkanalisation erneuert, in der Innenstadt am Unterm Markt die maroden Wasser- und Abwasserleitungen samt Fernwärme- und Stromtrassen. Die Stadt nutzt die ohnehin nötigen Vollsperrungen gezielt, um parallel die Fahrbahndecke der Gera-Brücke zu sanieren – ein pragmatischer Schritt, der Sperrzeiten doppelt nutzt und Folgebaustellen vermeidet.
Koordinierter Start statt Flickwerk
Dass Leitungsbau und Straßenbau in einem Aufwasch erledigt werden, klingt nach Selbstverständlichkeit, ist in der Praxis jedoch keineswegs die Regel. Wer schon einmal erlebt hat, wie eine frisch asphaltierte Deckschicht wenige Monate später wieder aufgerissen wurde, weil eine Wasser- oder Fernwärmeleitung erneuert werden musste, weiß den Wert vorausschauender Koordination zu schätzen. In Arnstadt greifen Stadt, Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) und Energieversorger ineinander: Die Sperrung der Kohlgasse am Unterm Markt wird gleichzeitig für die Erneuerung von Wasser- und Abwasserleitungen, die Neuverlegung von Fernwärme und Strom sowie den Deckenschluss der Gera-Brücke genutzt. Vier Gewerke, eine Baustelle – das spart nicht nur Kosten, sondern vor allem erneute Verkehrsbehinderungen.
Rudisleben: Vier Bauabschnitte bis 2028
Die größere der beiden Maßnahmen läuft in Rudisleben. Zwischen der Gerabrücke in der Arnstädter Straße und dem Ortsende Richtung Kirchheim lässt der WAZV die Trinkwasserleitung und die Regenwasserkanalisation auf voller Länge erneuern. Das Vorhaben ist in vier Bauabschnitte gegliedert und nach derzeitiger Planung über die Jahre 2026 bis 2028 gestreckt. Der erste Abschnitt reicht von der Arnstädter Straße bis zum Kreuzungsbereich Hauptstraße und soll noch in diesem Jahr in Asphaltbauweise fertiggestellt werden. In den Folgeabschnitten ist eine Beteiligung der Stadt Arnstadt am Straßenbau der Hauptstraße vorgesehen – ein Zeichen dafür, dass die Kommune künftig nicht nur die Leitungsträger, sondern auch die Fahrbahn selbst in die Pflicht nehmen will.
Ein ehrlicher Blick auf die Baupraxis gehört allerdings dazu: Der konkrete Bauablauf kann sich durch die Witterung sowie durch mögliche archäologische Funde verändern. Wer im Umfeld der Trasse plant – ob Materiallieferung, Grundstückszufahrt oder Maschineneinsatz –, sollte Pufferzeiten einplanen und sich regelmäßig über den aktuellen Stand der Vollsperrung informieren.
Arnstadt Unterm Markt: Bündelung unter der Fahrbahn
Am Unterm Markt ist die Kohlgasse während der gesamten Bauzeit vollständig gesperrt. Die Umleitung führt über Berggasse und Ried, die Zufahrt zum Markt bleibt über Zimmerstraße und Holzmarkt möglich. Neben Wasser und Abwasser werden gleichzeitig Fernwärme- und Stromleitungen neu verlegt. Was auf den ersten Blick wie ein Mehraufwand an Abstimmung wirkt, vermeidet im Ergebnis, dass derselbe Abschnitt in den kommenden Jahren mehrfach aufgerissen werden muss. Nach derzeitigem Stand sollen die Arbeiten noch im Jahr 2026 abgeschlossen werden. Anwohnerinnen, Anwohner und alle Verkehrsteilnehmenden sollten die ausgeschilderten Umleitungen konsequent nutzen; Bauunternehmen und Materiallieferungen in der Region Liefer- und Entsorgungstouren frühzeitig auf die Sperrphasen abstimmen. Die Stadt bittet ausdrücklich um Verständnis – nachvollziehbar, denn am Ende stehen eine erneuerte Leitungsinfrastruktur, eine tragfähige Fahrbahndecke und eine sanierte Brücke.