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Baustoff-Recycling als Antwort auf Niedrigwasser und Klimawandel im Bauwesen

Die Diskussion um Baustoff-Recycling erhält nach FAZ-Angaben durch das Niedrigwasser im Rhein zusätzlichen Druck.

Baustoff-Recycling als Antwort auf Niedrigwasser und Klimawandel im Bauwesen

Niedrigwasser: Mit Baustoff-Recycling will die Branche mehr gegen den Klimawandel tun

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, hat das Entsorgungsunternehmen Blasius Schuster nach dem Abriss eines Parkhauses im Frankfurter Westen rund 5000 Tonnen Beton aufbereitet und zu neuem Zuschlagstoff verarbeitet. Das Material wird gesiebt, gebrochen und anschließend als Gesteinskörnung in frischem Beton wiederverwendet; auch Schottersteine aus stillgelegten Gleisanlagen seien bereits zu Splitt gemahlen und im Hafenpark-Quartier nahe der Europäischen Zentralbank eingesetzt worden. Für die geotechnische Praxis ist dieser Schritt folgenreich: Wer im Erdbau und Straßenbau mineralische Massen bewegt, entscheidet damit unmittelbar über Kornaufbau, Schüttdichte und letztlich die Tragfähigkeit des späteren Planums.

Niedrigwasser macht Transporte zum physikalischen Engpass

Weil Sand, Kies und Schotter für die Bauwirtschaft besonders schwer sind, sind Binnenschiffe der effizienteste Transportweg – und dieser ist derzeit weitgehend lahmgelegt. Infolgedessen steigen die Aufwendungen für den Transport von Primärrohstoffen aus Kiesgruben und Steinbrüchen. Gleichzeitig verdeutlicht der trockene Sommer die Folgen des Klimawandels, zu denen die Baustoffproduktion selbst beiträgt: Auf die Zementherstellung entfielen in Deutschland zuletzt rund zehn Prozent der Industrieemissionen. Der Abbau von Sand und Kies verdrängt zudem Waldflächen, die als Kohlenstoffsenken wirken könnten – ein Zielkonflikt, der sich bautechnisch nicht durch eine einzelne Maßnahme auflösen lässt.

Die Zahlen richtig einordnen

Der Verband der Deutschen Bauindustrie weist laut FAZ darauf hin, dass bereits 90 Prozent der mineralischen Bau- und Abbruchabfälle umweltverträglich verwertet würden. Diese im Monitoring-Bericht der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau dokumentierte Quote relativiert sich bei näherer Betrachtung: Von den rund 210 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle, die 2022 anfielen, bestanden nahezu 60 Prozent aus Bodenaushub und Steinen, die überwiegend zur Verfüllung ausgebeuteter Tagebaue genutzt werden – ein Verwertungspfad, der bauphysikalisch eher einer Massenverlagerung als einer echten Kreislaufführung entspricht. Für die tatsächliche Wiederaufbereitung bleiben Bauschutt und Straßenaufbruch mit Recyclingquoten von 80 und 93 Prozent relevant. Daniel Imhäuser, Geschäftsführer von Blasius Schuster, sieht hier nach Darstellung der FAZ noch erhebliches Potenzial: Das verfügbare Recyclingmaterial reiche nicht aus, um Primärbaustoffe vollständig zu ersetzen, werde aber bei Weitem nicht ausgeschöpft. Für Erdbau und Straßenbau bedeutet das: Die Verfügbarkeit gütegeprüfter Sekundärbaustoffe ist künftig stärker in die Materialdisposition einzubeziehen – eine Frage, die über Sieblinie, Schlagfestigkeit und Wasserdurchlässigkeit unmittelbar auf das Planum durchschlägt.