Digitale Maschinensteuerung: Wie Moba Aushub und Abrechnung effizient vernetzt
Wenn auf der Baustelle heute ein Solldatum nicht sitzt, liegt es selten am Bagger, sondern meist an der Schnittstelle zwischen Aushub und Abrechnung.

Genau dort setzt Moba aus Hessen in diesem Spätsommer an und zeigt auf drei Messen, wie digitale Maschinensteuerung und eichfähige Wägetechnik ineinandergreifen.
Drei Messen, ein Schwerpunkt: Lücken zwischen Maschine und Dokumentation schließen
Wie bau.bi berichtet, tritt der Automatisierungsspezialist unter dem Motto „Ihr Vorsprung auf der Baustelle" bei der Steinexpo (2. bis 5. September in Homberg/Ohm), der Nordbau (9. bis 13. September in Neumünster) und der GaLaBau (15. bis 18. September in Nürnberg) mit zwei Schwerpunkten an: digitalen Maschinensteuerungen und intelligenten Wiegesystemen für den Erd- und Straßenbau. Für Bauleiter und Maschinenführer relevant ist dabei weniger das Produktportfolio, sondern die Frage, wie sich GNSS-gestützte Steuerung und eichfähige Radladerwaage in den bestehenden Bauprozess einbinden lassen.
Baggersteuerung 4-in-1 – weniger Hardware, mehr Übergabe
Mit der neuen Baggersteuerung „Xsite 3D" verspricht Moba mehr Übersicht auf der Kabine: flexible Darstellungsoptionen, farbige Visualisierungen und ein Infield-Design, mit dem digitale Geländemodelle direkt auf der Maschine erstellt und bearbeitet werden können. Über offene Schnittstellen lassen sich fertige Modelle importieren und exportieren, ein As-built-Datenaustausch zwischen Maschinen ist vorgesehen. Das System „Excav" bündelt nach Herstellerangaben vier Anwendungen in einem Gerät – Bagger, Radlader, Raupe oder Grader steuern und gleichzeitig als Rover für die Baustellenvermessung einsetzen. Das mobile 3D-GNSS-Assistenzsystem soll laut Moba in wenigen Minuten einsatzbereit sein, der Workflow „Sensor anbringen, Löffel kalibrieren, loslegen" adressiert direkt die Praxis, in der Geräte zwischen Projekten und Maschinen wechseln.
HLC-Wägesystem – von der Wiegepflicht zur Abrechnungssicherheit
Einerseits wachsen die Anforderungen an nachvollziehbare Massenströme, andererseits fehlt im Alltag oft die eichfähige Erfassung direkt an der Maschine. Hier setzt das Wägesystem HLC an: Die eichfähige Radlader-Waage soll die verladenen Mengen präzise erfassen und damit die Grundlage für eine gesetzkonforme Abrechnung schaffen. Funktionen wie Zielgewichtseingabe, „Tipp-Off Abriesel"-Modus und Multi-Job-Tasking sollen Über- und Unterladungen verhindern, den Ladeprozess beschleunigen und die Transparenz im Materialmanagement erhöhen. Für Erdbaubetriebe, die RC-Material, Tragschichten oder Bodenaushub abrechnen, kann das den Unterschied machen, ob eine Lieferung dokumentenfest abgerechnet wird oder im Streitfall nachgewogen werden muss.
Was sich für die Praxis lohnt, im Auge zu behalten
Wer auf einer der drei Messen vorbeischaut, sollte nicht nur das Demo auf der Standfläche mitnehmen, sondern drei konkrete Punkte klären: Erstens, wie sich die Xsite-3D- und Excav-Systeme in bestehende GNSS- bzw. Vermessungs-Workflows integrieren lassen – insbesondere, ob der As-built-Datenaustausch zwischen eigenen und fremden Maschinen reibungslos funktioniert. Zweitens, wie die Eichfähigkeit der HLC-Waage im konkreten Einsatz dokumentiert wird, damit die Abrechnung später tatsächlich standhält. Drittens, welche Schulungs- und Wartungsleistungen Moba für die Systeme anbietet – ein Aspekt, der im Mietgeschäft mit Baumaschinen oft über die tatsächliche Auslastung entscheidet.