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Entsiegelung am Bäckerplatz: Herausforderungen bei der Bodensanierung in Frankfurt

Wie das Portal Entwicklungsstadt Frankfurt berichtet, haben am Bäckerplatz in Frankfurt-Eschersheim die Rückbau- und Erdarbeiten zur Entsiegelung begonnen.

Entsiegelung am Bäckerplatz: Herausforderungen bei der Bodensanierung in Frankfurt

Dabei werden alte Pflaster- und Asphaltschichten aufgebrochen und der Untergrund für die Neubepflanzung bis zu 60 Zentimeter tief ausgehoben. Alte versiegelte Flächen hinterlassen jedoch nach Jahrzehnten der Belastung einen baulich vorbelasteten, häufig überverdichteten Untergrund — und genau dieser Befund rückt bei jedem Entsiegelungsprojekt in den Vordergrund.

Was unter altem Belag wirklich ansteht

Entsiegelung bedeutet baulich deutlich mehr als das bloße Abfräsen der oberen Deckschicht. Unterhalb der Asphaltschicht folgt in der Regel eine mehrlagige Tragschicht aus Schotter, Recycling-Material oder gebrochenem Pflasterbett, darunter der gewachsene Baugrund, der durch jahrelange dynamische Lasten aus Fahrzeugen häufig überproportional verdichtet ist. Infolgedessen ist die Wasserdurchlässigkeit im Grenzbereich zwischen Tragschicht und anstehendem Boden oft deutlich herabgesetzt — ein Zustand, der nach dem Wiedereinbau eines Pflanzsubstrats zu Staunässe und Luftmangel im Wurzelraum führen kann. Für die geotechnische Bewertung am Bäckerplatz ist daher entscheidend, in welcher Tiefe und in welcher Kornzusammensetzung der ursprüngliche Boden tatsächlich ansteht und ob die Schichtgrenze sauber trennbar ist.

Aushub bis 60 cm: Schichten trennen, Planum schützen

Die genannte Aushubtiefe von bis zu 60 Zentimetern reicht typischerweise in die obere Tragschicht hinein. Aus bodenmechanischer Sicht ist beim Lösen besonders darauf zu achten, dass die einzelnen Schichten — Asphaltreste, Schottertragschicht, gewachsener Boden — getrennt aufgenommen und getrennt zwischengelagert werden. Bedingt durch die Kapillarität bindiger Böden reicht es bereits aus, die Oberfläche des verbleibenden Planums mit der Baggerschaufel zu verschmieren, um die Infiltrationsfähigkeit dauerhaft zu reduzieren. Daher empfiehlt sich ein sauberes Lösen mit scharfer Schneide, ein kurzfristiges Abdecken des freigelegten Planums gegen Verschlämmung bei Niederschlag und die sofortige visuelle Prüfung auf organoleptische Auffälligkeiten, die auf Schadstoffbelastungen aus dem langjährigen Kfz-Verkehr hindeuten.

Wiedereinbau: andere Verdichtungsziele als im Straßenbau

Im Gegensatz zum klassischen Straßenbau gelten für ein Pflanzsubstrat völlig andere Anforderungen an die Verdichtung. Eine Proctorverdichtung von nahezu 100 Prozent wäre für die Durchwurzelung kontraproduktiv — der Boden verlöre seine Porenstruktur und damit sowohl die Wasserspeicherung als auch die Sauerstoffversorgung im Wurzelraum. Stattdessen ist eine mittlere Lagerungsdichte anzustreben, die einerseits die Setzungen begrenzt, andererseits Wurzelwachstum und Infiltration ermöglicht. Wer am Bäckerplatz die spätere Bepflanzung erfolgreich begründen will, muss bereits beim Einbau klären, welches Substrat in welcher Schichtdicke eingebaut wird, wie die Verdichtung lagenweise dokumentiert wird und ob das anstehende Material überhaupt für eine Wiederverwendung als Vegetationstragschicht geeignet ist. Sonst wird aus dem Rückbau nur eine neue Problemfläche — nur diesmal unter Bäumen statt unter Asphalt.