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Sanierung des Obersees: Erdarbeiten zur Wiederherstellung des Gewässerprofils

Am Obersee in Bielefeld beginnen am 10.

Sanierung des Obersees: Erdarbeiten zur Wiederherstellung des Gewässerprofils

August 2026 nach Angaben der Stadt Bielefeld Erdarbeiten zur Wiederherstellung des Gewässerprofils. Im Zentrum steht die Beseitigung aufgelandeter Sedimente, die durch jahrelange Schwebstoffablagerung die ursprüngliche Gewässertiefe eingeebnet haben und Wasserhaushalt sowie ökologische Funktionsfähigkeit des Stillgewässers beeinträchtigen. Aus geotechnischer Sicht verdient das Vorhaben besondere Aufmerksamkeit, weil ein erheblicher Teil des ausgehobenen Bodens vor Ort wiederverwendet werden soll – mit entsprechenden Anforderungen an Separierung und Verdichtung.

Vom Schlamm zum tragfähigen Untergrund

Ein aufgelandeter See entsteht, wenn organische und mineralische Schwebstoffe in Ufernähe sedimentieren und die Sohle schrittweise erhöhen. Bedingt durch den verringerten Fließquerschnitt verlangsamt sich die Selbstreinigung, Kapillarkräfte halten den oberen Sedimentkörper dauerhaft wassergesättigt. Beim Ausheben muss daher sauber zwischen bindigem, organisch durchsetztem Schlamm und tragfähigem Sohlsubstrat getrennt werden. Die Stadt teilt die Maßnahme entsprechend baulich auf: Im Abschnitt vom Viadukt bis zur Jölle-Einmündung werden rund 600 m³ Boden abgetragen und abgefahren, im anschließenden Abschnitt bis zum Aussichtssteg weitere 750 m³, die vor Ort wieder eingebaut werden. Infolgedessen verschiebt sich die bodenmechanische Verantwortung von der reinen Entsorgung hin zur Wiedereinbauprüfung.

Verdichtung als Schlüssel zur Setzungsbegrenzung

Für den Wiedereinbau greifen die Anforderungen der DIN 18196 sowie der ZTV E-StB: lagenweise Verdichtung, Nachweis des Verdichtungsgrads, Ausschluss organischer Anteile im tragenden Horizont. Wer Seebodensedimente ohne vorherige Separierung und ohne Proctorbezug wiederverwendet, riskiert später Setzungen, die sich als Risse in angrenzenden Wegen oder im Uferbauwerk zeigen. Auch die Kornverteilung des rückverfestigten Materials bestimmt, ob an der neuen Gewässersohle ein hydraulischer Grundbruch sicher ausgeschlossen werden kann. Positiv zu vermerken ist, dass die Stadt die Eingriffe in klar bemessenen Teilabschnitten umsetzt und nicht – wie häufig bei Seesanierungen – als pauschale Sohlräumung über die gesamte Wasserfläche.

Was Anwohner und Beobachter im Auge behalten sollten

Während der gesamten, voraussichtlich vierwöchigen Bauzeit bleibt der Rundweg um den Obersee begehbar. Lediglich die Fußwegeverbindung vom Viadukt in Richtung Jerrendorfweg wird tagsüber gesperrt; eine Umleitung über die Talbrückenstraße ist ausgeschildert. Der abzufahrende Boden wird über die Brücke in Richtung Halhof transportiert. Für Anwohner empfiehlt es sich, den Baufortschritt aufmerksam zu verfolgen: Frische Setzungen oder aufsteigendes Sickerwasser im Bereich der neuen Uferlinie sind die ersten Indikatoren dafür, ob die Verdichtung des rückverfestigten Materials die normativen Anforderungen erfüllt. Im Abschnitt bis zum Seekrug erfolgt in diesem Jahr zunächst nur das Fräsen der Wurzelstubben mit anschließender Einsaat; die eigentliche Ausbaggerung ist erst für das kommende Jahr vorgesehen.