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Sicher durch den Sommer: Hitzeschutz für Beschäftigte im Erd- und Straßenbau

Nach Einschätzung der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) sind Hitzetage auf der Baustelle kein Komfortthema: Lässt beim Aushub, beim Verdichten des Planums oder beim Bedienen schwerer…

Sicher durch den Sommer: Hitzeschutz für Beschäftigte im Erd- und Straßenbau

Nach Einschätzung der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) sind Hitzetage auf der Baustelle kein Komfortthema: Lässt beim Aushub, beim Verdichten des Planums oder beim Bedienen schwerer Geräte die Konzentration nach, steigt die Unfallgefahr messbar. Für Erd-, Straßen- und Wasserbau ist das besonders relevant, weil hier schwere körperliche Arbeit unter voller Sonneneinstrahlung zusammentrifft. Die BG BAU ruft Unternehmen auf, sich mit Hitzeaktionsplänen, Checklisten und klaren Abläufen auf die nächsten Hitzeperioden vorzubereiten.

Warum Hitze Erd- und Tiefbau überproportional belastet

Wer im Freien gräbt, schaufelt oder Verdichtungsgeräte bedient, kombiniert schwere Muskelarbeit mit direkter Sonneneinstrahlung und häufig fehlendem Schatten. Die Maschinen strahlen zusätzlich Wärme ab, die Klimaanlage im Führerhaus eines Baggers oder einer Raupe kann nur begrenzt gegen die Außentemperatur ankämpfen. Infolgedessen sinkt die Konzentration, Reaktionszeiten werden länger – gerade beim Rangieren auf der Baustelle, beim Anheben von Lasten oder beim Beurteilen der Grabenkante steigt das Unfallrisiko. Wie BG-BAU-Präventionsleiter Björn Kass betont, haben die Temperaturen im Juni die Beschäftigten der Bauwirtschaft enorm belastet; Unternehmen müssten sich für die nächsten Hitzeperioden wappnen.

Schutzmaßnahmen in der richtigen Reihenfolge

Die BG BAU folgt dem bewährten TOP-Prinzip: Zuerst technische Maßnahmen an der Quelle, dann organisatorische, erst danach persönliche Schutzausrüstung. Technisch heißt das Verschattung durch Wetterschutzzelte und Sonnensegel sowie kühlere Pausenbereiche wie klimatisierte Räume oder schattige Aufenthaltscontainer. Organisatorisch sind angepasste Arbeitszeiten, zusätzliche Pausen, klare Trinkregeln, festgelegte Zuständigkeiten und vorbereitete Notfallabläufe entscheidend. Persönliche Schutzausrüstung – Kühlwesten, UV-Schutzkleidung, Kopfbedeckungen, UV-Schutzbrillen und Sonnencreme – ergänzt diese Stufen, ersetzt sie aber nicht. Neben der Hitze bleibt UV-Strahlung eine erhebliche Zusatzbelastung, die in der Planung mitgedacht werden muss.

Warnzeichen, Notfall und finanzielle Förderung

Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, ungewöhnliche Erschöpfung, Verwirrtheit oder Koordinationsprobleme sind laut BG BAU klare Anzeichen einer hitzebedingten Überlastung. Treten solche Symptome auf – auch bei Kolleginnen und Kollegen –, muss die betroffene Person sofort aus der Hitze gebracht und Erste Hilfe geleistet werden; bei schweren oder anhaltenden Beschwerden ist der Rettungsdienst zu alarmieren. Sinnvoll ist es, die Notfallabläufe vor jeder Hitzewelle mit dem gesamten Team durchzugehen, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Investitionen in Hitzeschutz fördert die BG BAU über ihre Arbeitsschutzprämien, etwa für Kühlwesten, UV-Schutzkleidung und UV-Schutzbrillen. Wirksam wird Hitzeschutz vor allem dann, wenn er fester Bestandteil der Baustellenvorbereitung ist – nicht erst dann, wenn die erste Person bereits kreislaufbedingt pausieren muss.