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Wachstumsstrategien für die Baubranche: Wie Kosten, KI und Fachkräftemangel die Zukunft bestimmen

Nach Angaben von solidbau.at hat die Managementberatung Horváth im Rahmen ihrer CxO Priorities Studie die Wachstumsabsichten der Bauwirtschaft für das Jahr 2026 zusammengefasst.

Wachstumsstrategien für die Baubranche: Wie Kosten, KI und Fachkräftemangel die Zukunft bestimmen

Im Zentrum stehen drei Themenfelder – Kosten, Künstliche Intelligenz und Fachkräfte – allesamt Faktoren, die auch Erd-, Straßen- und Wasserbau unmittelbar betreffen und in vielen Betrieben längst den Projektablauf bestimmen.

Drei Hebel, drei Wechselwirkungen

Die im Studientitel genannte Reihenfolge – Kosten, KI, Fachkräfte – bildet eine logische Kette, die in der baulichen Praxis unmittelbar nachvollziehbar ist. Steigende Lohnkosten verteuern die Vor-Ort-Verdichtung, neue Geräte mit KI-gestützter Steuerung versprechen Effizienzgewinne, sind jedoch ohne geschultes Personal nicht sinnvoll zu betreiben. Infolgedessen rücken operative Details stärker in den Vordergrund – von der Baugrunduntersuchung über die Eigenüberwachung des Planums bis hin zur Frage, wie Unternehmen das nötige Know-how halten oder ersetzen können.

84 Prozent wechselbereit – was das für Baustellen bedeutet

Wie meistertipp.de unter Verweis auf die Studie berichtet, sind 84 Prozent der in der Bauwirtschaft Beschäftigten wechselbereit. Dieser Wert macht die Brisanz des Fachkräftethemas unmittelbar sichtbar: Selbst eingespielte Teams müssen damit rechnen, erfahrene Maschinenführer, Poliere und Bauleiter an andere Arbeitgeber zu verlieren. In der Geotechnik ist genau dieses Wissen jedoch entscheidend – eine Bodenplatte, deren Planum unzureichend verdichtet wurde, macht sich später rissförmig bemerkbar, nicht im Mauerwerk. Wer heute auf das Gedächtnis einzelner Stammkräfte setzt, riskiert daher mit jedem Ausscheiden einen Verlust an implizitem Wissen über lokale Baugrundverhältnisse, Grundwasserstände und historische Setzungen.

Worauf Erd- und Straßenbau jetzt reagieren sollten

Für Auftragnehmer und Bauherren ergibt sich aus dieser Konstellation eine klare Konsequenz: Messbarkeit schlägt Erfahrungswissen, wo immer es möglich ist. Verdichtungsgrade nach DIN 18127, lückenlose Plattendruckversuche und die Dokumentation des Scherverhaltens sowie kapillarer Effekte im Planum schaffen genau das, was bei personeller Fluktuation sonst verloren geht – nachvollziehbares Prozesswissen im eigenen Betrieb. KI-gestützte Auswertungen können diese Datenflut bündeln und Auffälligkeiten markieren, ersetzen aber nicht die fachliche Bewertung durch einen Geotechniker, der das Ergebnis in den Baugrundkontext einordnet. Wer jetzt seine Dokumentationsprozesse normfest aufstellt, verschiebt den Wettbewerbsvorteil dorthin, wo er bleibt – ins eigene Haus.