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99 weitere Grundstücke profitieren – Zentrale Abwasserentsorgung in Vacha wird ausgebaut

Die Stadt Vacha und der Wasser- und Abwasser-Verband Bad Salzungen (WVS) haben zwei Teilabschnitte der zentralen Abwasserentsorgung fertiggestellt, wie der Rhönkanal berichtet.

99 weitere Grundstücke profitieren – Zentrale Abwasserentsorgung in Vacha wird ausgebaut

Insgesamt 99 Grundstücke mit rund 267 Einwohnerwerten werden künftig über die Kläranlage Vacha entsorgt; die dezentralen Grundstückskläranlagen sollen schrittweise außer Betrieb gehen. Für Bauherren und Tiefbauunternehmen in der Region ist der Vorgang vor allem erdbautechnisch interessant, weil hier sowohl Kanalbau in innerörtlichen Trassen als auch Straßenbau unter beengten Verhältnissen zusammentreffen.

Oberzella: Sammler im innerörtlichen Bestand

Im Ortsteil Oberzella wurde laut Mitteilung ein etwa 550 Meter langer Verbindungssammler zwischen der Martinstraße und der Straße „Am Ziegelrasen" gebaut. Der Rohrgraben verläuft damit durch gewachsenen, teilweise bereits überbauten Untergrund, was die Wahl des Verbaus und der Bettung entscheidend macht. Wo bindige Böden mit wechselndem Wassergehalt anstehen, entscheidet die fachgerechte Proctorverdichtung der Leitungszone darüber, ob später Setzungsrisse in der anschließenden Straßenoberfläche auftreten oder eben nicht. Bedingt durch die tiefe Lage des Sammlers ist zudem das angrenzende Regenüberlaufbauwerk modernisiert worden, sodass das Netz bei Starkregen gezielter entlastet werden soll. 54 Grundstücke mit rund 140 Einwohnerwerten erhalten so Anschluss, die Investition des WVS liegt nach Angaben des Berichts bei rund 677.000 Euro; die Bauarbeiten liefen von Juni 2023 bis zum ersten Halbjahr 2026.

Völkershausen: Kanalbau und Straßenbau in einem Zug

In Völkershausen ist der erste Bauabschnitt in der Rodenberger Straße abgeschlossen. Dort entstand ein neuer Mischwasserkanal samt Grundstücksanschlüssen, betroffen sind die Rodenberger Straße, die Bergstraße sowie Teile der Fritz-Reichardt-, Karl-Städtler-, Oechsenberg- und Querstraße. Aus geotechnischer Sicht entscheidend ist hier die Wechselwirkung zwischen Rohrgrabenverfüllung und späterem Straßenoberbau: Wird der Bereich bis zum Planum nicht lagenweise mit kontrolliertem Wassergehalt verdichtet, folgen daraus später Differenzsetzungen, die zunächst in der Fahrbahnbefestigung sichtbar werden, bevor sie sich als Rissbilder in angrenzenden Gebäuden fortsetzen. Der WVS investierte laut Rhönkanal rund 150.000 Euro, die Stadt Vacha weitere 186.000 Euro in den Straßenausbau, die Straßenentwässerung und die Erneuerung der Straßenbeleuchtung. Ein zweiter Bauabschnitt mit der Erneuerung weiterer Leitungen ist für 2027 vorgesehen.

Worauf zu achten ist

Werkleiter Heiko Pagel bewertet die beiden Maßnahmen als Schritt zu einer „leistungsfähigen und zukunftssicheren Abwasserentsorgung". Aus Sicht der Erdbaupraxis bleibt festzuhalten, dass innerörtliche Kanalbaumaßnahmen dieser Größenordnung stets auch eine bodenmechanische Aufgabe sind: Tragfähigkeit des Planums, kapillarer Wasseraufstieg in bindigen Schichten und die Stabilität der Grabenwände gegen hydraulischen Grundbruch bestimmen, ob der Zeit- und Kostenrahmen am Ende hält. Für Anwohner wie für ausführende Unternehmen empfiehlt es sich, die Verdichtungsnachweise und die Protokolle zur Straßenentwässerung im Blick zu behalten, bevor die Baufläche endgültig übergeben wird.