Meldung

Ausbau der Schloßstraße in Calbe: Fahrradachse entsteht ab August 2026

Nach Angaben der Stadt Calbe (Saale) beginnt am 3.

Ausbau der Schloßstraße in Calbe: Fahrradachse entsteht ab August 2026

August 2026 der Ausbau der Schloßstraße - unter Vollsperrung, abschnittsweise in 100-Meter-Etappen, mit einer Bauzeit von rund einem Jahr. Was als innerstädtische Maßnahme zur Fahrradachse beginnt, ist baupraktisch die direkte Antwort auf zwei Randbedingungen, die jede Vergabe prägen: eine 90-prozentige Förderung über das EFRE/JTF-Programm Sachsen-Anhalt 2021–2027 und ein Baumschutzgutachten, das die prägende Allee bis auf einen Baum vollständig erhält.

Abschnittsweises Bauen unter Förderbedingungen

Die Stadt gliedert das Baufeld vom Kreuzungsbereich Salzer Straße / Barbyer Straße bis zur Grabenstraße in Blöcke von voraussichtlich rund 100 Metern. Innerhalb eines Abschnitts werden zunächst beide Nebenanlagen - Gehwege und der neue Fahrradschutzstreifen - komplett hergestellt, erst danach rückt die Baustelle weiter. Einerseits bringt das je Block eine eigene Baustelleneinrichtung mit sich, andererseits hält die Stadt so Anwohner und Rettungsdienste durchgehend erreichbar - ein Punkt, der auf vergleichbaren innerstädtischen Maßnahmen regelmäßig die Abstimmung mit den Leitstellen bestimmt.

Rund 1,55 Millionen Euro sind veranschlagt, 90 Prozent davon aus EFRE/JTF-Mitteln. Bei dieser Förderquote greifen Zweckbindungsfristen und Dokumentationspflichten: Barrierefreiheit, Radinfrastruktur und Materialeinsatz müssen nicht nur gebaut, sondern auch nachgewiesen werden. Für Bauleiter heißt das, den Zuwendungsbescheid und die Förderrichtlinie vor dem ersten Aufbruchschnitt griffbereit zu haben - nicht erst bei der ersten Mittelabrufprüfung.

Baumschutz als Eingriff in die Baulogistik

Das Baumschutzgutachten kommt nach Angaben der Stadt zu dem Ergebnis, dass die Allee vollständig erhalten werden kann. Was als Naturschutz-Erfolg kommuniziert wird, ist auf der Baustelle eine handfeste Einschränkung: Kronen- und Wurzelbereiche stehen unter Schutz, Handschachtung statt Baggereinsatz wird in Teilbereichen Pflicht, und Lastverteilungsplatten ersetzen die direkte Befahrung des Wurzelbereichs. Das verengt Baustraßen und Wendekreise für Lkw und Radlader und gehört darum in die Ausschreibung - nicht erst in die Ausführung, wenn die erste Wurzel beschädigt ist.

Was parallel im August 2026 anläuft

Nicht nur in Calbe: Auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge beginnt am 3. August 2026 den Ersatzneubau der Gottleuba-Brücke östlich von Breitenau - mit halbseitiger Sperrung ab 17. August und einer zeitlich begrenzten Vollsperrung im Frühjahr 2027. In Wiesbaden-Kastel laufen nach Mitteilung des Tiefbauamts die vorbereitenden Arbeiten für die Radspindel an der Kaiserbrücke, die eigentlichen Bauarbeiten beginnen im August. Für alle drei Vorhaben gilt derselbe Prüfpunkt: Wer als Fachplaner oder Bauleiter vor Ort ist, sollte vor der ersten Erdbewegung den Bauzeitenplan, die Sperrphasen und die Förderauflagen quergeprüft haben - und die Umleitungsstrecken auf ihre Tragfähigkeit für Baufahrzeuge abklopfen, bevor der erste Tieflader rollt.