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Eine Milliarde Euro für Südtirols Infrastruktur: Herausforderungen im alpinen Erdbau

Laut den von Unsertirol24 zusammengefassten Ausführungen entfallen 485 Millionen Euro auf Bahn- und Infrastrukturprojekte — darunter 250 Millionen für die Riggertalschleife, 150 Millionen für den…

Eine Milliarde Euro für Südtirols Infrastruktur: Herausforderungen im alpinen Erdbau

Wo in alpinem Gelände Tunnelröhren, Bahnschleifen und Seilbahnfundamente entstehen, entscheidet die Tragfähigkeit des Baugrunds über Erfolg oder teure Sanierungen. Südtirols Landesrat Daniel Alfreider hat bei seiner Halbzeit-Pressekonferenz nach Angaben der Südtiroler Landesverwaltung rund eine Milliarde Euro an staatlichen und europäischen Finanzmitteln für Mobilitäts- und Infrastrukturprojekte der kommenden Jahre gesichert — ein Volumen, das die bodenmechanischen und erdbautechnischen Anforderungen im Land spürbar anheben wird.

Wohin das Geld konkret fließt

Laut den von Unsertirol24 zusammengefassten Ausführungen entfallen 485 Millionen Euro auf Bahn- und Infrastrukturprojekte — darunter 250 Millionen für die Riggertalschleife, 150 Millionen für den Virgltunnel, 50 Millionen für neue Coradia-Stream-Züge, 25 Millionen für die Remise Bozen sowie weitere 25 Millionen für die Bahnhaltestelle St. Jakob. Weitere 190 Millionen dienen dem Ausgleich von Kostensteigerungen bei laufenden Infrastrukturvorhaben. Im Zeichen der Olympischen Winterspiele sind zusätzlich 170 Millionen für Mobilitätsprojekte vorgesehen, und eine dritte Tranche von 155 Millionen Euro deckt unter anderem 55 Millionen aus dem Entwicklungs- und Kohäsionsfonds, 35 Millionen für Radmobilität, 40 Millionen für die neue Seilbahn Jenesien sowie 10 Millionen für den Ausbau der Wasserstoffproduktion ab.

Was das für Erd- und Grundbau bedeutet

Allein die Tunnelbauwerke summieren sich auf ein Bauvolumen, das alpine Geotechnik in konzentrierter Form abruft. Vom Virgltunnel über die Riggertalschleife bis zu den Stationsbauwerken verlangt der Untergrund durchgehend nach sorgfältiger Baugrunderkundung, bevor Trasse und Querschnitt final festgelegt werden. Infolgedessen rücken Proctorverdichtung, Scherfestigkeit und das kapillare Verhalten des anstehenden Materials wieder in den Vordergrund jeder Ausschreibung. Hinzu kommen die Seilbahn Jenesien und ergänzende Stationsbauten, deren Fundamente und Stützenstellungen in steilem Gelände setzungsarm und standsicher ausgeführt werden müssen. Alfreider selbst bringt es auf den Punkt: „Große Infrastrukturprojekte lassen sich nicht allein mit guten Ideen verwirklichen. Dafür braucht es ausgereifte Projekte, gesicherte Finanzierungen und starke institutionelle Partnerschaften."

Worauf Bauherren und Planer jetzt achten sollten

Wer sich an Vergaben im Raum Südtirol beteiligt oder Bauleistungen anbietet, sollte drei Punkte frühzeitig klären: Erstens verlangt die alpine Topografie für Tunnel- und Schleifenbauwerke ein Baugrundgutachten nach DIN 4020 beziehungsweise DIN EN 1997, das den Schichtaufbau, die Grundwassersituation und die Scherparameter von Fels und Lockergestein dokumentiert — bedingt durch die jahreszeitlich stark schwankende Schmelzwasserführung. Zweitens steigt mit dem prognostizierten Bauvolumen die Anforderung an die Eigenüberwachung der Verdichtung; Plattendruckversuch und Rammsondierung gehören in jedes Aufmaß, wechselnde Schüttlagen werden damit nachvollziehbar. Drittens ist bei der Terminkette rund um die Winterspiele mit verdichteten Bauphasen zu rechnen. Wer Geräte für Erdbau, Felsabtrag und Bohrarbeiten, etwa über die eigene Mietflotte, frühzeitig reserviert, verschiebt das Engpassrisiko nicht in die Ausführungsphase. Bedarfsweise empfiehlt sich ein Abgleich mit der Vergabeplattform des Landes, um Ausschreibungsfristen nicht zu verpassen.