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Nachhaltigkeit im Tiefbau: Postgraduierten-Studium mit Förderung gestartet

Whole-Life-Carbon-Assessments gehören laut Engineers Ireland inzwischen zum Standardrepertoire der Vergabe- und Planungspraxis – und verändern damit das Anforderungsprofil von Bauingenieurinnen und…

Nachhaltigkeit im Tiefbau: Postgraduierten-Studium mit Förderung gestartet

Wenn die CO₂-Bilanz ins Leistungsverzeichnis rückt

Ausschreibungen für Erd- und Tiefbauarbeiten enthalten zunehmend Nachhaltigkeitskennwerte, die bislang eher dem Hochbau vorbehalten waren. Whole-Life-Carbon-Assessments gehören laut Engineers Ireland inzwischen zum Standardrepertoire der Vergabe- und Planungspraxis – und verändern damit das Anforderungsprofil von Bauingenieurinnen und Bauingenieuren im Erdbau spürbar. Wer Aushubmassen bilanziert, Verdichtungsverfahren festlegt oder Baugrundgutachten verantwortet, kann sich diesen Kennwerten nicht mehr entziehen.

Vor diesem Hintergrund nimmt Engineers Ireland nach eigenen Angaben aktuell Bewerbungen für das Postgraduate Diploma in Civil Engineering with Sustainability entgegen, durchgeführt von Chevron College in Partnerschaft mit der University of East London und gefördert über Springboard+. Der nächste Jahrgang startet am 12. Oktober 2026.

Programmstruktur und Anknüpfung an Erd- und Grundbau

Das Programm ist auf UK Level 7 beziehungsweise NFQ Level 9 eingestuft und umfasst 60 ECTS-Punkte. Die Anerkennung durch Engineers Ireland, ICE und IStructE schafft einen über Irland hinaus nutzbaren Referenzrahmen. Der Eigenanteil liegt nach Angaben der Quelle bei 650 Euro; für bestimmte Empfängergruppen sind kostenfreie Plätze vorgesehen. Die Durchführung erfolgt vollständig online, ergänzt durch einen Einführungstag und bis zu fünf interaktive Samstagstermine; der persönliche Tutorenkontakt ist montags bis freitags verfügbar. Damit bleibt das Format für berufstätige Ingenieurinnen und Ingenieure, die ihre Projektverantwortung nicht unterbrechen wollen, durchgängig vereinbar.

Die Zielgruppe – Bauingenieure mit Schwerpunkt Geotechnik, Tief- oder Tragwerksplanung, die bereits mit Net-Zero- oder ESG-Vorgaben arbeiten – überschneidet sich unmittelbar mit dem Berufsalltag in Erdbauprojekten. Infolgedessen liefern die adressierten Themen – Net-Zero-Anforderungen, ESG-Reporting und Whole-Life-Carbon-Bewertung – das methodische Rüstzeug, um CO₂-Emissionen je Kubikmeter Boden oder je Tonne Baustoff nicht passiv hinzunehmen, sondern normnah in Leistungsverzeichnis und Bauüberwachung zu verankern. Wer bereits den Sprung zum Chartered Engineer anstrebt, kann die 60 ECTS-Punkte zudem als Brücke in einen anschließenden Master-Studiengang nutzen. Dass Nachhaltigkeit parallel auch in der Materialforschung neue Wege geht, signalisiert derzeit unter anderem die Berichterstattung von Penn Today über „Geomimicry" als Rahmen für nachhaltige Baustoffe.

Worauf Bewerber vorab achten sollten

Voraussetzung ist laut Engineers Ireland ein BEng (mindestens 2:2) oder ein BSc (mindestens 2:1) in Civil Engineering; alternativ wird eine professionelle Mitgliedschaft in ICE oder IStructE anerkannt. Praktisch relevant ist ein technischer Hinweis: Für die Laborarbeit ist ein Windows-Rechner mit 16 GB RAM, 500 GB Speicher und vollen Administratorrechten erforderlich – Macs sind für dieses Programm nicht geeignet. Die von Engineers Ireland genannten Gehaltsspannen reichen von rund 55.000 bis 75.000 Euro für Senior Civil/Structural Engineers bis zu 80.000 bis über 110.000 Euro für Technical Director oder Project Director, wobei Sektor und Seniorität die Spannweite deutlich beeinflussen.